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eHealth-Gastvortrag per Videokonferenz aus Übersee

Während der Videokonferenz Foto: FH-Flensburg

Flensburg, 14.10.2015 – Es war ein ganz besonderes Schauspiel, das sich da im FH-Gebäude an der Nordstraße vergangenen Mittwoch Nachmittags einem ahnungslosen Beobachter geboten hätte. Der Seminarraum gefüllt, die etwa 25 Studierenden plus Professor gespannt nach vorne blickend und der Vortragenden lauschend, Christina Caraballo – nur dass diese zeitgleich gar nicht den Blick auf die Förde genießen konnte, sondern von ihrem Arbeitsplatz aus sprach: in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten, Washington D.C. Per Softwarelösung für professionelle Videokonferenz auf dem PC des Instituts aber perfekt in Flensburg zu hören und an der Leinwand auch zu sehen.

„Selbst Fragen Studierender vom anderen Ende des Raumes zu ihrem englischsprachigen Gastvortrag konnten ohne Mikrofone geäußert, verstanden und natürlich auch von ihr beantwortet werden. Einmal mehr fasziniert Technik!“, freute sich anschließend Prof. Dr. Breitschwerdt, der die Veranstaltung über Patient Engagement – Patientenbeteiligung über Informationsportale organisiert hatte.

Während der Videokonferenz Foto: FH-Flensburg

„Ich hatte Christina Caraballo und ihr Team letzten Herbst kennengelernt bei dem von mir verantworteten Instituts-Messeauftritt auf der weltgrößten Technologiemesse für Medizin, der MEDICA. Binnen Minuten wurde uns beiden klar, dass wir in Ausgestaltung und Ausbildung unseres Themenfelds kooperieren wollen, auch wenn wir sechs Zeitzonen und viele Flugstunden voneinander entfernt agieren und ihre Firma gar nicht in Deutschland vertreten ist.“ Die Lehrveranstaltung über Informationsmanagement im Masterstudiengang eHealth stellte nun einen passenden Rahmen dafür dar. Mittels Fallbeispielen einiger auf verschiedenen Gesundheitsmärkten weltweit eingesetzten Portale von Get Real Health präsentierte Frau Caraballo, ihres Zeichens Senior Healthcare Strategist und damit verantwortlich für die internationale Ausrichtung des amerikanischen IT-Unternehmens, wie Patienten oder Gesundheitsbewusste leichter und motivierender an ihrer Versorgung teilhaben können. Dies geschieht über solche Informationsplattformen etwa durch die Möglichkeit der Einsichtnahme in die von Kliniken erhobenen individuellen Daten, z. B. genaue Diagnosen oder Vitaldaten. Ein Recht, das den Bürgern übrigens prinzipiell auch in Deutschland gesetzlich eingeräumt wird, nur an nutzerfreundlichen Zugangswegen hapert es derzeit noch hierzulande.

Anwendungsszenarien aus dem englischen, schwedischen, australischen und kanadischen Gesundheitssystem sowie bei mehreren international renommierten US-Kliniken halfen während des Gastvortrages weiterhin, die Relevanz standardisierter Schnittstellen in der Kommunikation von Gesundheitsdaten anhand praktischer Beispiele nachvollziehen und verstehen zu können. Professor Breitschwerdt hob insgesamt den didaktischen Wert von Gastvorträgen aus der Praxis in der Lehre für Studierende hervor. Zudem findet er die vorgestellten Konzepte IT-basierter Gesundheitsversorgung aus den USA und aller Welt „einfach nur inspirierend“, sofern der Datenschutz adäquat gewährleistet ist.

Die Studierenden interagierten laut Frau Caraballo erfolgreich durch intelligente Fragen, u. a. welche Refinanzierungsmodelle oder ob viele Portalanbieter auf dem US-Markt existierten. Letzteres wurde bejaht, neben Kliniken und Verbünden niedergelassener Ärzte trügen die Kosten zudem international gesehen mal Telekommunikationsanbieter, mal staatliche Gesundheitswesen, bislang aber nie der Patient.

Nach Kenntnisstand von Professor Breitschwerdt war dies der bisher erste Videokonferenz-Vortrag an der FH Flensburg, der dann sogar noch direkt transatlantisch funktioniert hat. Die Studierenden waren jedenfalls überaus angetan von den sehr interessanten, vorgestellten Konzepten und den erzielten Lerneffekten. Frau Caraballo meinte sinngetreu: Es hat großen Spaß bereitet und war eine tolle Gelegenheit für Austausch!