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Health-i-Initiative in Flensburg-Erstligareif

Am Mittwoch, 15.6.2016, gastiert die Health-i-Initiative am Institut eHealth und Management im Gesundheitswesen (IEMG) der Hochschule Flensburg.

Diese vom Handelsblatt und der Techniker Krankenkasse ins Leben gerufene Initiative hat zum Ziel, neue Ideen für das Gesundheitswesen zu entwickeln und jungen Menschen einen Weg in die Selbstständigkeit mit Angeboten für das Gesundheitswesen zu weisen. Angesprochen sind Studierende und Alumni einschlägiger Studiengänge. Insgesamt sechs Gruppen werden in den Räumen des Instituts ihre Geschäftsideen Experten aus dem Gesundheitswesen präsentieren und von diesen Anregungen bekommen, wie mit diesen Geschäftsideen weiter verfahren werden sollte. Am Ende steht ein Preis für die beste Geschäftsidee.

Health-i ist eine bundesweite Initiative, die sich auf vier Standorte konzentriert: die Universitäten in Tübingen, Frankfurt am Main, Berlin und die Hochschule Flensburg. „Als ich von Seiten der Techniker Krankenkasse gefragt wurde, ob wir in Flensburg als Standort zur Verfügung ständen, habe ich sofort zugesagt“, freut sich Prof. Dr. Roland Trill, Leiter des Instituts für eHealth und Management im Gesundheitswesen. „Neben diesen drei bundesweit renommierten Universitäten angesprochen zu werden, ist eine große Auszeichnung für uns, eine Anerkennung für den Masterstudiengang eHealth sowie viele erfolgreiche eHealth-Projekte. Auf meine Nachfrage, wie man auf die Hochschule Flensburg als Standort für Norddeutschland gekommen sei, erhielt ich als Antwort, dass das doch selbstverständlich sei, senn schließlich genießt das IEMG mittlerweile ein bundesweit ausgezeichnetes Renommee.“

Die Kompetenz des IEMG wird auch daran deutlich, dass mit Prof. Dr. Rüdiger Breitschwerdt ein weiterer Kollege, als Coach, aktiv eingebunden wurde. Die Coaches sind erfahrene Unternehmer aus der Medizin-, Start-up- und Investmentbranche. „Das erste Problem ist oftmals die Finanzierung“, sagt Marco Winzer, Investment Director bei den High-Tech Gründerfonds und Health-i-Coach. „Wir möchten jungen, potentiellen Gründern helfen und sie motivieren weiterzumachen, damit die gesamte Gesundheitsbranche von ihren Ideen künftig profitieren kann.“

Bewerber mit besonders aussichtsreichen Ideen erhalten zusätzlich Tipps, um sich erfolgreich für den Health-i-Award zu bewerben. Aus den eingegangenen Ideen wählt eine Jury in den Kategorien Studierende, Start-ups und Unternehmen die Finalisten und schickt sie zur Preisverleihung am 10. November 2016 nach Berlin. „Die Techniker Krankenkasse freut sich auf spannende Monate mit vielen interessanten Ideen“, sagt Dr. Susanne Klein. „Denn der Techniker Krankenkasse geht es darum, innovative Ideen für ein vernetztes, zukunftsorientiertes Gesundheitswesen zu fördern.“

Kick-Off Konferenz „Demenz und innovative Technologien in Pflegeheimen“

Das deutsch-dänische Interreg-Projekt „Demantec“ wird am 21. Juni 2016 offiziell mit einer Kick-Off Konferenz im Apenrade, Dänemark starten. Die 10 deutschen und dänischen Partner laden Sie herzlich ein, an diesem informativen Tag rund um das Thema „Demenz und innovative Technologien in Pflegeheimen“ dabei zu sein. Wir bitten Interessierte sich bis einschließlich 14. Juni 2016 bei Frau Lynn Jacken anzumelden.

Gesundheit – neu denken!

Über 150 Interessierte aus dem Gesundheitswesen Flensburgs sowie der Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg fanden den Weg ins Audimax. Das Institut für eHealth und Management im Gesundheitswesen (IEMG) hatte zum Thema „Die Zukunft der Gesundheitsversorgung in Stadt und Land“ auf den Campus der Hochschule Flensburg eingeladen. Ziel der Tagung war es, die Herausforderungen der kommenden Jahre zu benennen, aber darüber hinaus auch Wege zur Erhaltung eines hochwertigen und effizienten Gesundheitswesens aufzuzeigen.

Bereits in der Eröffnung stellte Prof. Dr. Roland Trill (IEMG) klar, dass es neue Antworten geben muss, dass ein „immer weiter so“ die Gesundheitsversorgung gefährden wird. Diese These unterstrichen auch die Referenten, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln dem Thema näherten.

Frau Dr. Renée Buck, Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung, verwies unter anderem darauf, dass 30-40 % der schleswig-holsteinischen Hausärzte innerhalb der kommenden fünf Jahre in den Ruhestand gehen werden. Darüber hinaus legte sie Wert auf eine Umorientierung im Gesundheitswesen. Zukünftig müsse es darum gehen, Krankheiten so lange wie möglich zu vermeiden. Bereits in Kindergärten müsse mit der Prävention begonnen werden.

Herr Dr. Christian Peters, 1. Vorsitzender der Gesundheitsregion Nord, unterstrich sehr plastisch die Notwendigkeit einer besseren Vernetzung ambulanter und stationärer Einrichtungen. Während die Versorgungssituation in Flensburg weiter stabil sein wird, beurteilte er die in den Kreisen als zunehmend problematisch.

Gesundheitsversorgung neu denken“ war auch das Credo von Dr. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig Holstein. Neben der zunehmenden Bedeutung der Telemedizin, dargestellt an einem Beispiel aus der Dermatologie, sieht er Chancen in der Ansprache potenziell neuer Partner im Gesundheitswesen. Konkret nannte er als Beispiel die Landfrauen.

Armin Tank, Leiter der Landesvertretung Schleswig-Holstein des Verbandes der Ersatzkassen (VdEK), zeigte auf, dass in Zusammenarbeit mit der Politik neue Modelle der Versorgung ausgearbeitet werden müssten, u. a. hinsichtlich von Arbeitszeiten, Niederlassungsfreiheit der Ärzte oder Beteiligungen der Gemeinden an Praxiskosten. Als ein Beispiel nannte er einen Patientenbus, der Bewohner ländlicher Regionen zu den Fachärzten bringt.

Professor Rüdiger Breitschwerdt (IEMG) sah in seiner Zusammenfassung die Eingangsthese bestätigt, dass neue Wege, neu Versorgungsprozesse – zum Teil unterstützt durch Technologien – beschritten werden müssen. Er sah den Arzt als Deuter der Patientendaten. Bezugnehmend auf den Patientenbus merkte er an, dass bereits seit Beginn des Jahrzehnts in einer ländlichen Region ein Bus für die telemedizinische Versorgung samt geschulten Kräften unterwegs sei, um so Wege von Fachärzten und Bürgern zu verkürzen – wenn auch bislang weit weg: In Indien.

Die Veranstaltung war ein Erfolg, wenn auch nur ein Einstieg in eine dringend notwendige Diskussion. Wir werden den Ball weiter im Spiel halten und für das kommende Jahr eine weitere Veranstaltung unter der Marke „Flensburger Gesundheit“ vorbereiten.“, so Professor Roland Trill in einem Fazit.

Vorträge der Veranstaltung zum Download:

Buck – Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein

Peters – Gesundheitsversorgung in Flensburg und Umgebung

Tank – Gesundheit in der Region Flensburg

Dritter Thementag des Gesundheitsportals Flensburg

Der dritte Thementag des Gesundheitsportals Flensburg greift wieder eine aktuelle Themenstellung auf. In zunehmenden Maße wird in den Medien über Medikations- und Behandlungsfehler, Krankenhauskeime oder eine unzureichende Versorgung von an Demenz erkrankter Menschen berichtet. Der Thementag will zu diesen Themen aufklären und gleichzeitig verdeutlichen, welche Anstrengungen bereits heute in den Flensburger Gesundheitseinrichtungen unternommen werden. Sie erhalten Informationen aus ersten Hand. Die Veranstaltung „Patientenarmband, Medikationsplan, Keime & Co – Was geht mich das an?“ findet am 04. Juni 2016 in der Zeit von 10:00 bis 15:00 Uhr im Fliednersaal der Diakonissenanstalt Flensburg statt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Programm, das Sie HIER herunterladen können.

Studierende auf der Gesundheits-IT-Messe conhIT 2016

Ankunft auf der conhIT 2016 Foto: FH-Flensburg

Flensburg, 21.04.2016 – Die Studierenden des Masterstudienganges eHealth an der Hochschule Flensburg besuchten im Rahmen einer Exkursion die Conhit (Gesundheits-IT Kongress) in Berlin.
Praxisnahe Ausbildung ist für die Gesundheitsstudiengänge an der Hochschule von besonderer Bedeutung.

Die Flensburger eHealth-Masterstudierenden machten sich zur conhIT – größter deutscher Healthcare IT Kongress – nach Berlin auf, um intelligente Technologien zur Optimierung der Patientenversorgung zu erkunden. Rund 400 Aussteller stellten auf der Messe innovative Lösungen vor. Die Studierenden haben auch Hersteller und Anwender sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Verwaltung interviewt. Ziel war es sich über die Entwicklungen der Branche zu informieren und untereinander auszutauschen.

„Die Exkursion zur conhIT bietet den Studierenden sehr gute Möglichkeiten mit Marktführern und Experten aus der Gesundheits-IT-Branche in Kontakt zu treten und die neuesten Trends zu erfahren“, so Prof. Dr. Bosco Lehr, Leiter des Instituts für eHealth und Management im Gesundheitswesen an der Hochschule Flensburg. Um die entsprechende Expertise in den Gesundheitswissenschaften und im IT-Umfeld zu vertiefen, bietet der Kongress speziell für Studierende Seminare und innovative Strategieansätze rund um die Gesundheits-IT-Branche. Ein besonderes Highlight war u.a. die Sonderschaufläche „mobile health ZONE“ auf der mobile innovative Applikationen für vernetzte und mobile Gesundheitsversorgung im Rahmen des sogenannten „eHealth SLAM“ präsentiert wurden. Aktuell sind insbesondere für die Start-up Firmen Apps zur Unterstützung der Gesundheitsversorgung von Migranten oder Lösungen zu altersgerechten mobilen Anwendungen von besonderer Bedeutung.

FH Stand während der conhIT Foto: FH-Flensburg

Neben interessanten Vorträgen zu Themen im Bereich Krankenhaus-IT oder telemedizinischen Lösungen konnten die Studierenden im Rahmen einer Projektarbeit Interviews mit Akteuren im eHealth-Sektor durchführen. Das Institut für eHealth und Management im Gesundheitswesen der Hochschule Flensburg war auf der Messe mit einem Stand vertreten und konnte zahlreichen potenziellen Studieninteressierten die Flensburger Gesundheitsstudiengänge vorstellen. „Insgesamt war die Exkursion zur conhIT für die Studierenden sehr erfolgreich“, betont Prof. Lehr.

Öffentliche Beratung über die nächste Phase der EU-US-Zusammenarbeit im eHealth

Worum es bei der Umfrage geht:

Der Europäische Ausschuss DG CONNECT und das United States Department of Health and Human Services (HHS) haben gemeinschaftlich Richtlinien erarbeitet, welche die europäische und amerikanische Zusammenarbeit im eHealth (auch als Health Information Technologies oder Health IT bezeichnet) lenken.

Der Hintergrund dieser Umfrage ist Kommentare und Ideen zu sammeln, welche dazu verwendet werden, die bereits erfassten Daten zu bestätigen und die Aktualisierung der Richtlinien und seiner Anhänge zu überprüfen und zu verbessern bzw. fertigzustellen.

Zur Umfrage:
https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/EU_US_Survey_eHealth_HealthIT

Krankenhausmanagement in der Praxis

Exkursion Diakonissenkrankenhaus Flensburg, Foto: FH-Flensburg

Studierende des Schwerpunktes Krankenhausmanagement an der Fachhochschule Flensburg lernten unter Leitung von Prof. Dr. Bosco Lehr im Rahmen einer studienbegleitenden Exkursion die Praxis im Diakonissenkrankenhaus in Flensburg kennen.

Wie interessant und vielseitig die Managementaufgaben im Krankenhaus sind, konnten Studierende der Fachhochschule Flensburg in der Krankenhauspraxis erfahren. Herr Prümm, kaufmännischer Direktor des Diakonissenkrankenhauses und Herr Brinkmann, Prokurist der Diako – Soziale Einrichtungen GmbH – beide ehemalige Absolventen des Krankenhausmanagement-Schwerpunktes der Fachhochschule Flensburg – hielten Vorträge zu aktuellen Themen im Klinik- und Pflegemanagement. „Welche Kompetenzen sind notwendig, um Karriere im Gesundheitssektor zu machen?“ und andere Fragen beantwortete Prümm den Studierenden anhand seiner persönlichen Biographie.

Spezielle Untersuchungen zum Beispiel bei Patienten mit Koronarer Herzkrankheit (KHK) lernten die Studierenden im Herzkatheterlabor und in der EKG-Diagnostik kennen. Besonders eindrucksvoll waren die modernen, diagnostischen Methoden und Prozessabläufe in der Notfallmedizin sowie in der Ambulanz des Krankenhauses. Die hohe Bedeutung der Digitalisierung wurde am Beispiel der Bilddatenverarbeitung und Bildanalyse in der radiologischen Fachabteilung deutlich. Auch die Vermittlung von medizinethischen Aspekten, beispielsweise im Umgang mit schwerkranken Patienten, kam nicht zu kurz.

Ein Höhepunkt des Besuches war die Präsentation von Martin Wilde, kaufmännischer Vorstand der Diako. Neben den klassischen Leistungskennzahlen des Krankenhauses zeigte Martin Wilde die zukünftigen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen anhand von Beispielen auf. Abgerundet wurde der Besuch durch einen Beitrag zum Personalmanagement und der Personalentwicklung im Krankenhaus.

Eine Vielzahl der Studierenden aus den gesundheitsbezogenen Studiengängen der Fachhochschule absolvieren jedes Jahr Ihr berufspraktisches Semester in den Krankenhäusern in Flensburg. „Für die Studierenden gibt es sehr gute berufliche Perspektiven in den Krankenhäusern vor Ort“, so Prof. Lehr, Studiengangsleiter des Schwerpunktes Krankenhausmanagement an der Fachhochschule Flensburg.

Zwischen Herz-OP und Gen-Labor

Gruppe während der Einschleusung ins Gen-Labor, Foto: FH-Flensburg

Einmal im Jahr besuchen die Studierenden der Studiengänge Krankenhausmanagement und eHealth das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Unter der Leitung der Professoren Breitschwerdt und Trill lernten die Studierenden eine der modernsten Kliniken Europas wieder etwas besser kennen. Sie wurden herzlich von Frau Nina Hübner begrüßt. „Frau Hübner ist eine unserer ehemaligen Absolventen und für unsere Studierenden ist es immer wieder spannend zu sehen, welche Karriere man mit dem Abschluss an der Fachhochschule Flensburg machen kann“, freut sich Professor Trill über den für beide Seiten positiven Kontakt ins UKE.

Erster Höhepunkt war ein Vortrag des IT-Leiters, der berichtete, dass im Klinikum tatsächlich papierlos gearbeitet wird. Das ist im deutschen Gesundheitswesen immer noch ein Novum! „Nur drei Kliniken in Europa können diese Entwicklungsstufe der IT nachweisen“, weiß auch Professor Breitschwerdt zu berichten. Dieser Vortrag war insbesondere für die Studierenden des Master-Studiengangs eHealth von großem Interesse.

In fünf Gruppen aufteilt wurden dann einzelne Bereiche erkundet. So konnte eine Gruppe zwei Herz-Operationen anschauen und dabei einen Eindruck gewinnen, welch hoher personeller Aufwand im OP notwendig ist. Höhepunkt des Tages war sicher aber ein Gespräch mit einer der weltweit führenden Forscherinnen der Herzforschung. Der Blick in die Zukunft war beeindruckend. So sollen zum Beispiel Herzzellen gezüchtet werden, die dann anstelle abgestorbenen Gewebes eingepflanzt werden können. Abschließend zeigte ein Blick durch ein Mikroskop deutliche Unterschiede bei Zellen und Zellkulturen. „Das war eine neue Welt für unsere Studierenden, die ein Krankenhaus sonst nur aus der ökonomischen oder IT-Sicht kennen.“, so Prof. Trill, der diese Gruppe begleitete (das Foto zeigt die Gruppe bei der Einschleusung in das Gen-Labor).

Abschließend wurden die Studierenden eingeladen, sich für ein Praktikum am UKE zu bewerben. „Wir haben mit Studierenden der Fachhochschule Flensburg nur gute Erfahrungen gemacht.“, unterstrich Frau Hübner in der Verabschiedung, ein Lob, das die Professoren gerne mit zurück nach Flensburg nahmen.

eHealth-Gastvortrag per Videokonferenz aus Übersee

Während der Videokonferenz Foto: FH-Flensburg

Flensburg, 14.10.2015 – Es war ein ganz besonderes Schauspiel, das sich da im FH-Gebäude an der Nordstraße vergangenen Mittwoch Nachmittags einem ahnungslosen Beobachter geboten hätte. Der Seminarraum gefüllt, die etwa 25 Studierenden plus Professor gespannt nach vorne blickend und der Vortragenden lauschend, Christina Caraballo – nur dass diese zeitgleich gar nicht den Blick auf die Förde genießen konnte, sondern von ihrem Arbeitsplatz aus sprach: in der Hauptstadt der Vereinigten Staaten, Washington D.C. Per Softwarelösung für professionelle Videokonferenz auf dem PC des Instituts aber perfekt in Flensburg zu hören und an der Leinwand auch zu sehen.

„Selbst Fragen Studierender vom anderen Ende des Raumes zu ihrem englischsprachigen Gastvortrag konnten ohne Mikrofone geäußert, verstanden und natürlich auch von ihr beantwortet werden. Einmal mehr fasziniert Technik!“, freute sich anschließend Prof. Dr. Breitschwerdt, der die Veranstaltung über Patient Engagement – Patientenbeteiligung über Informationsportale organisiert hatte.

Während der Videokonferenz Foto: FH-Flensburg

„Ich hatte Christina Caraballo und ihr Team letzten Herbst kennengelernt bei dem von mir verantworteten Instituts-Messeauftritt auf der weltgrößten Technologiemesse für Medizin, der MEDICA. Binnen Minuten wurde uns beiden klar, dass wir in Ausgestaltung und Ausbildung unseres Themenfelds kooperieren wollen, auch wenn wir sechs Zeitzonen und viele Flugstunden voneinander entfernt agieren und ihre Firma gar nicht in Deutschland vertreten ist.“ Die Lehrveranstaltung über Informationsmanagement im Masterstudiengang eHealth stellte nun einen passenden Rahmen dafür dar. Mittels Fallbeispielen einiger auf verschiedenen Gesundheitsmärkten weltweit eingesetzten Portale von Get Real Health präsentierte Frau Caraballo, ihres Zeichens Senior Healthcare Strategist und damit verantwortlich für die internationale Ausrichtung des amerikanischen IT-Unternehmens, wie Patienten oder Gesundheitsbewusste leichter und motivierender an ihrer Versorgung teilhaben können. Dies geschieht über solche Informationsplattformen etwa durch die Möglichkeit der Einsichtnahme in die von Kliniken erhobenen individuellen Daten, z. B. genaue Diagnosen oder Vitaldaten. Ein Recht, das den Bürgern übrigens prinzipiell auch in Deutschland gesetzlich eingeräumt wird, nur an nutzerfreundlichen Zugangswegen hapert es derzeit noch hierzulande.

Anwendungsszenarien aus dem englischen, schwedischen, australischen und kanadischen Gesundheitssystem sowie bei mehreren international renommierten US-Kliniken halfen während des Gastvortrages weiterhin, die Relevanz standardisierter Schnittstellen in der Kommunikation von Gesundheitsdaten anhand praktischer Beispiele nachvollziehen und verstehen zu können. Professor Breitschwerdt hob insgesamt den didaktischen Wert von Gastvorträgen aus der Praxis in der Lehre für Studierende hervor. Zudem findet er die vorgestellten Konzepte IT-basierter Gesundheitsversorgung aus den USA und aller Welt „einfach nur inspirierend“, sofern der Datenschutz adäquat gewährleistet ist.

Die Studierenden interagierten laut Frau Caraballo erfolgreich durch intelligente Fragen, u. a. welche Refinanzierungsmodelle oder ob viele Portalanbieter auf dem US-Markt existierten. Letzteres wurde bejaht, neben Kliniken und Verbünden niedergelassener Ärzte trügen die Kosten zudem international gesehen mal Telekommunikationsanbieter, mal staatliche Gesundheitswesen, bislang aber nie der Patient.

Nach Kenntnisstand von Professor Breitschwerdt war dies der bisher erste Videokonferenz-Vortrag an der FH Flensburg, der dann sogar noch direkt transatlantisch funktioniert hat. Die Studierenden waren jedenfalls überaus angetan von den sehr interessanten, vorgestellten Konzepten und den erzielten Lerneffekten. Frau Caraballo meinte sinngetreu: Es hat großen Spaß bereitet und war eine tolle Gelegenheit für Austausch!

EHEALTH: NEUE WEGE, NEUE PARTNERSCHAFTEN

FlenseHealth Anwendung im Krankenhaus, ©Luis Louro, Fotolia.comburg, 02.10.2015 – Während in Deutschland seit 2006 erfolglos am Aufbau einer Datenautobahn gearbeitet wird, gibt es sie zum Beispiel in Estland schon mehrere Jahre. Ein Grund für Professor Dr. Roland Trill vom Institut eHealth und Management im Gesundheitswesen an der Fachhochschule Flensburg, Estland insbesondere die Hauptstadt Tallinn für eine Woche zu bereisen.

„Ob man es will oder nicht, die Informationstechnologien (auch eHealth genannt) werden im Gesundheitswesen weiter an Bedeutung gewinnen. Leider ist Deutschland schon lange kein gutes Anwendungsbeispiel mehr. Wenn wir sehen wollen, was geht und wie es umgesetzt wurde, muss man heutzutage zum Beispiel nach Estland, Dänemark oder Schweden reisen.“, fasst Professor Trill die aktuelle Situation zusammen.

Das Institut eHealth mit seinen Projekten hat es sich zum Ziel gesetzt, den Ausbau der eHealth-Anwendungen in Deutschland voranzutreiben. Dazu sind Studienreisen, wie diese nach Estland, von großer Wichtigkeit. „Zusammen mit Partnern aus dem Ostseeraum wollen und können wir aufzeigen, welchen Nutzen der einzelne Bürger von diesen eHealth-Anwendungen hätte, wenn, ja wenn sie auch in Deutschland häufiger zum Einsatz kämen! So gibt es gute Beispiele wie man die Versorgung in den ländlichen Bereichen auch nach dem Weggang von Ärzten auf einem hohen Versorgungsniveau erhalten kann. Dort in Estland stellt es kein Problem dar, seine auf einer der 800 vorgelagerten Inseln lebenden Bürger gut zu versorgen. Warum sollte das nicht auch bei uns, zum Beispiel für die Halligen oder Gemeinden ohne Landarzt möglich sein?“, stellt Professor Trill in den Raum.

Vor diesem Hintergrund wurden Gespräche mit Politikern, Unternehmen und Wissenschaftlern geführt. Darüber hinaus gehörten mehrere Vorträge an der Technischen Universität Tallinn zum Programm. „Es ist geplant, dass ein Kollege der Universität Tallinn im Frühjahr 2016 den Besuch erwidern wird. Es ist auch unser Ziel, den Austausch von Studierenden zu intensivieren. In diesem Sinne haben wir über virtuelle Arbeitsgruppen unserer Masterstudenten gesprochen, was wirklich eine spannende Perspektive eröffnet! Ich glaube, ich konnte auch den Studenten aus Tallinn einen Aufenthalt in Flensburg an unserer Fachhochschule schmackhaft machen! Letztendlich tragen alle diese Besuche dazu bei, unser Ziel, zu den besten und bekanntesten Hochschulen im Feld von eHealth in der Ostseeregion zu gehören, zu erreichen“, so Trill. Ein Kollege aus Tallinn hat uns dabei Mut gemacht „Ihr seid auf einem sehr guten Weg!“.